vierzig kilometer nacht
Inhalt
Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2000 und 2003, unternehmen eine Reise durch vierzig kilometer nacht, sie führen hinaus aus der vom Uranbergbau zerstörten Herkunftslandschaft von pech & blende über »deutsche alleenstrassen« und »hinter garagen-zeilen« – hinein in die historische Schichtung mitteldeutscher und brandenburger Gegend.
Mit außerordentlicher musikalischer Sprachkraft verbindet der Autor auf diesem Weg Biografisches, Landschaftliches und Politisches zu »Nervensystemen der Erinnerung«. Dabei sind es die einfachen, konkreten Dinge, an denen Geschichte für einen Moment lesbar wird, in einer augenblicklich treffgenauen, nicht wiederholbaren Konstellation von Vergangenheit und Gegenwart. Vor jedem Gedicht, schrieb Lutz Seiler, liegt die »Geschichte, die wir erlebt haben, das Gedicht trifft ihren Ton, es erzählt sie nicht, es erzählt ihren Ton«. Bedachtsam und nah an den Substanzen arbeitet Seiler sein Material wieder und wieder durch, unaufgeregt, sicher im Ton, mit unverwechselbarer Stimme.
Bibliografische Angaben
Gebunden
18.08.2003
Suhrkamp
93 Seiten
ISBN 978-3-518-41457-6
Pressestimmen
»Man liest diese schönen und wichtigen Gedichte nicht so bald aus.«
Harald Hartung, FAZ
»Da ist ein Dichter, der in seltener Bildfindungs-Kunst die Stimmen und Gegenstände seiner Herkunft zu elliptischen Versen verknüpft.«
Michal Braun, Frankfurter Rundschau
»Eine feinnervige Intention, ein knapper, gezügelter Rhythmus kennzeichnen alle diese Verse. Mit ihrer spröden Musik erzeugen sie geisterhafte Räume, Milieus von Beklommenheit und gekapptem Atem.«
Beatrice von Matt, Neue Zürcher Zeitung
»Man muss die Gedichte nur langsam, am besten laut lesen, schon geben sie den O-Ton der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit frei. Lutz Seiler ist ein langsamer Akustiker und Klangbildner, der Antipode zum schnellen Reim im schnellen Rap. Aber seine Gedichte vibrieren nicht minder von Gegenwart. Sein schmales Buch ist große Lyrik.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung